Die Filterung – mechanisch und biologisch
Das Prinzip der Filterung eines Aquariums ist grundsätzlich immer mechanisch und biologisch aufgebaut. Man setzt beide arten kombiniert ein.
Bei der mechanischen Filtrierung werden mit groben Filtermaterialien Kot, Futterreste, Pflanzenteile, kurz gesagt der gesamte Grobschmutz mechanisch aufgefangen bzw. filtriert.
Die biologische Filterung erfolgt dann innerhalb des feinen Filtersubstrats, wo sich wichtige Bakterien befinden. Diese Bakterien sind für den Abbau von Schadstoffen zuständig.
Das Wasser darf bei einer biologischen Filtrierung nicht zu schnell durchfliessen, da vereinfacht gesagt, die Bakterien ihre Arbeit nicht zuverlässig verrichten können und mit der Zeit verhungern würden.
Bis genügend Bakterien im Filter vorhanden sind , können mehrere Wochen vergehen.
Vor einen biologischen Filter sollte immer eine mechanische Reinigung erfolgen, damit der Filter nicht zu schnell verstopft.
Innenfilter (käufliche Systeme)
Diese Filter werden direkt in das Becken montiert. Das Wasser wird angesogen, durchläuft das Filtersubstrat und wird über die Pumpendüse wieder zurück ins Becken befördert.
Vorteile:
- Keine Gefahr des auslaufens
- Einfaches Handling
- Durchflussmenge meistens regelbar
- Diffusor bei den meisten Modellen verstellbar
- Bei einigen Marken besteht die Möglichkeit den Heizstab zu integrieren
Nachteile:
- Relativ kurze Standzeit, muss oft gereinigt werden
- Bei Reinungsarbeiten Verschmutzung im Aquarium
- Im Aquarium optisch störend
- Durch grobe Ansaugschlitze kann es zur Jungfischfalle werden
- Keine oder wenig Alternativen des Filtersubtrats
Topffilter / Aussenfilter
Das wohl am häufigsten eingesetzte Filtersystem. Topffilter sind für den Einsatz verschiedener Filtersubstrate sehr gut geeignet. Je nach Baugrösse werden diese Filtersysteme mit 4 Filterkörben geliefert.
Diese Filter sind ausserhalb des Aquariums und werden mittels Schläuchen und Schlauchverbindungen mit dem Aquarium verbunden.
Vorteile:
- Einsatz verschiedener Filtersubstrate möglich
- Kein Platzverbrauch innerhalb des Aquariums
- Der Filter ist leicht zugänglich
- Keine Verschmutzung des Aquariumwassers während der Wartung
- Relativ lange Standzeit
- Einige Modelle besitzen eine regelbare, intergrierte Heizung
Nachteile:
- Gefahr eines Wasseraustritts bei spröden, defekten Schläuchen und Schlauchverbindungen und unsachgemäss montierten Verbindungen
- Grössere Topfilter haben in befüllten Zustand ein relativ hohes Gewicht
- Nur bis zu einer gewissen Aquariengrösse als Einzelsystem einsetzbar
- hoher Preis
Hamburger Mattenfilter (HMF)
Der Hamburger Mattenfilter, kurz HMF, ist ein sehr einfaches und sehr oft eingeseztes Filterungssystem. Dabei wird eine Filtermatte zwischen Vorder- und Rückscheibe oder in die Ecke mittels Halterungen geklemmt. Den Filter kann man mit einer Kreiselpumpe oder besser mit einem Lufheber betreiben. Zusätzlich kann man einen Heizstab hinter der Matte platzieren. Detaillierte Informationen zum HMF.
Vorteile:
- Sehr hohe Standzeit, dadurch sehr Wartungsarm
- Sicher vor Auslaufen
- Kostengünstig und stromsparend
- Heizstab kann hinter der Matte paltziert werden
- Die Matte kann bepflanzt werden
Nachteile:
- Platzbedarf im Aquarium
- Keine Alternative in der Wahl des Filtersubstrats
- Besonders in der Anfangsphase optisch störend
- Verschmutzung des Wassers bei Wartungsarbeiten möglich
- Bei Welsbecken mit vielen “Holzfressern”, kann die Matte sehr schnell verstopfen
Mehrkammer-Innenfilter
Der Mehrkammer-Innenfilter besteht aus 3 oder 5 Kammern aus Glas. Dieser Filter wird meistens vom Aquarienbauer direkt in das Aquarium geklebt. Die letzte Kammer dient als Klarwasserkammer, darin werden auch die Pumpe und der Heizstab integriert.
Vorteile:
- Möglichkeit verschiedene Filtersubstrate zu verwenden
- Relativ hohe Standzeit
- Kein Auslaufen möglich
- Heizstab kann im Filter integriert werden
- je nach Bauart, grosses Fitlervolumen
Nachteile:
- Nicht immer leicht zugänglich
- Platzverbrauch innerhalb des Beckens, dadurch Wegfall des Wasservolumens
Filterbecken / Unterschrankfilter
Ein Filterbecken wird ausserhalb des Aquariums betrieben. Meistens unterhalb des Beckens, integriert im Untergestell/Möbel. Filterbecken kann man fertig kaufen oder leicht mit einem kleineren Aquarium selber bauen. Man kann mehrere Kammern für verschiedene Fitlersubstrate nutzen. Für grosse Becken ist dieses Filtersystem eines der besten Lösungen.
Vorteile:
- Hohe Standzeit
- Leicht zugänglich
- Grosses Filtervolumen
- Keine Einschränkung beim Filtersubstrat
- Ausserhalb des Beckens, deshalb kein Verlust von Wasservolumen im Becken
- Heizung kann im Filterbecken integriert werden
- keine Verunreinigungen des Wasser bei Wartungsarbeiten
Nachteile:
- Erfordert viel Platz im Unterschrank
- Bei unsachgemässer Installation, mögliches auslaufen
- Reinigungsarbeit je nach Platzverhältnissen recht mühsam.
Schnellfilter
Der Schnellfilter wird eingesetzt um Schwebeteile rauszufiltern und dient nicht zur biologischen Filterung. Zusätzlich wird durch den Einsatz eines Schnellfilters für Strömung und gute Wasserumwälzung gesorgt. Das sorgt für einen besseren Sauerstoffhaushalt im Aquarium. Um die effektivität zu gewährleisten, muss die Schnellfilterpatrone oder der Schaumstoff regelmässig (alle 2 Tage) gereinigt werden.
Vorteile:
- Schwebeteile und sonstige Verunreinigungen werden schnell rausgefiltert
- Sorgt für Strömung und erhöht den Sauerstoffgehalt im Becken
Nachteile:
- Kurze Standzeit, muss oft gereinigt werden
- Optisch störend
- CO2 wird ausgetrieben
- Manche Fische mögen keine Strömung




