Planung – Vor dem Kauf
Wer diese Zeilen liest, hat sich schon Gedanken gemacht wie sein künftiges Aquarium aussehen, welche Fische, welche Pflanzen und Dekomaterial in Frage kommt und welchen Standort es im Wohnzimmer einnehmen soll. Der Vermieter wurde gefragt und je nach Grösse des Beckens und des möglichen Gesamtgewichts Infos eingeholt. Ein “Unfall” mit mehreren hundert Litern Wasser kann ganz schön teuer werden.
Eine richtige Planung ist vor der Beschaffung eines Aquariums Pflicht. Wer sich vorher in Büchern, im Internet, bei Freunden und im seriösen Fachhandel informiert, kann manchen bösen Überaschungen aus dem Weg gehen. Typische Anfängerfehler macht aber trotzdem fast jeder.
Bevor wir aber zur Planung gehen, sollten wir im klaren sein dass wir ein Stück Natur im Kleinstformat pflegen und behüten werden. Wie bei allen Haustieren, hat man auch gegenüber Fischen eine Verantwortung. Auch wenn manche Fische nur einige wenige Franken kosten, so sind es Lebewesen die eine gute Pflege und ein artgerechtes Leben führen sollen und verdienen.
Das Aquarium muss täglich beobachtet werden. Es kann trotz guter Pflege ein Fisch sterben oder abgestorbene Pflanzen im Becken sein. Diese müssen bevor sie das Wasser organisch verunreinigen oder belasten aus dem Becken entfernt werden. Das Wasser muss regelmässig gewechselt werden. Man muss die nötige Zeit für die aufmerksame Pflege und Beobachtung eines Aquariums gut einkalkulieren und dafür die nötigen Ressourcen aufwenden.
Wer das Aquarium in Abwesenheit, z.B. in den Ferien pflegen wird, wissen wir natürlich auch schon und alles ist schon besprochen und geregelt.
Liebe Leserin, lieber Leser. Das Geschriebene soll nicht als Abschreckung, sondern auf die oft vergessenen Tatsachen hinweisen. Wer ein Haustier hält, sollte sich verplichtet fühlen es den Tieren so recht wie nur möglich zu machen. Schlussendlich wird ein artgerecht eingerichtetes und stabiles Aquarium dem Pfleger viel Freude schenken.
Was für ein Aquarium soll es denn sein?
Im Handel gibt es mittlerweile verschiedene Bauarten und Formen von Aquarien. Vom klassischen Rechteck, bis hin zu Becken mit gewölbten Scheiben. Schlussendlich ist es eine Frage des Budget für welche Bauform man sich entscheidet. Vor der Auswahl der Form muss man sich überlegen, ob die räumlichen Gegebenheiten für ein Aquarium passen. Grosse Beachtung sollte man der Bodenbelastung schenken. Wer in einem älteren Haus mit Holzboden wohnt, muss sich natürlich in der grösse des Aquariums in der Regel einschränken.
Die Grösse eines Aquariums richtet sich nach der Grösse von ausgewachsenen Fischen. Es macht keinen Sinn ein kleines Becken mit 60x30x30cm Becken zu kaufen um darin Skalare zu pflegen. Ein ausgewachsener Skalar benötigt ein Aquarium von mindestens 60cm höhe zum schwimmen!
Meistens wird zu Beginn des Hobbys ein kleines, ja oft viel zu kleines Becken gekauft. Man hat das Gefühl, dass ein grosses Becken mit viel mehr Arbeit verbunden ist und schwieriger zu pflegen sei. Das trifft meistens aber nicht zu. Denn je grösser ein Becken ist, umso stabiler sind die Wasserwerte und das gesamte Millieu des Beckens. Die Fische haben mehr Platz zum schwimmen und fühlen sich in grösseren Becken, durch das die Wasserwerte besser sind, einfach wohler.
Es gibt aber bestimmte Fischarten, wie z.B. Killifische (eierlegende Zahnkarpfen), welche sich in kleineren Artbecken wohler fühlen.
Je nach Fischart werden unterschiedliche Bedürfnisse an die Aquariengrösse gestellt. Der Preisunterschied zu grösseren Becken ist relativ. Ein grösseres Aquarium wird längerfristig günstiger und pflegeleichter im Unterhalt sein.
Wasser – Das wichtigste Element
Ein wichtiges Thema ist das Leitungswasser. Ein Fisch ist sein lebenlang davon umgeben. Wir haben in der Schweiz ein gutes Trinkwasser. Was aber nicht heisst, dass es für Aquarien gut ist. Regional gibt es grosse Unterschiede von der Härte des Wassers. In Orten wo viel Grundwasser in die Leitungen gespiessen wird, ist das Wasser oft sehr hart.
Meistens sind auch die Nitratwerte höher, wobei das saisonal bedingt ändern kann. Nitrat im normalen Mass von maximal 30 mg/l ist für Fische nicht unbedingt schädlich. Besser wäre ein Wert von max 10 mg/l.
Ein tiefer Nitratwert verh(m)indert später eine Algenplage im Aquarium.
Wer die aktuellen Wasserwerte seiner Wohngemeinde ausfindig machen will, wird unter » Wasserqualitaet.ch fündig.
Hinweis: Die Härtegrade des Wasser werden auf der Website Wasserqualitaet.ch in französichen Graden angeben. Nimm den Wert und multipliziere es mit 0.56. Somit hat man den Wert in deutschen Härtegraden dGH, was auch so auf allen gängingen Wassertests angegeben wird.
Selbstverständlich kann man sein Leitungwasser mit Tröpfchentests auch selber messen.
Wer ostafrikanische Cichliden (Buntbarsche) aus den Grabenseen (Malawi-, Tanganjika- und Viktoriasee) pflegen möchte, muss sich wegen der Wasserhärte keine grosse Sorgen machen. Wer aber südamerikanische Fische, besonders Diskus, Salmler, einige Welsarten oder Zwergcichliden pflegen möchte, sollte schauen, dass das Wasser mittels einer Umkehrosmoseanlage oder Vollentsalzer enthärtet wird. Danach muss es entweder mit Leitungswasser “verschnitten” oder künstlich aufmineralisiert werden. Dies bedeutet einen zusätzlichen Kosten- und Arbeitsaufwand.
So, nun sind sicher einige Fragen mehr aufgetaucht oder andere beantwortet worden.
Jetzt gehts los – Die Einkaufliste
- Aquarium mit oder ohne Untergestell-/möbel
- Styropor- oder Moosgummiunterlage
- Abdeckung (mit integriertem Leuchbalken)
- oder Lampe ausserhalb inkl. Leuchtmittel
- Filter
- Filtermaterial (Filtermatten, Ton-Sinterglasröhrchen, Filterwatte)
- Heizung
- Bodengrund (Sand oder Kies)
- Thermometer
- Wassertests für Nitrit, Nitrat, pH, KH oder GH
- Fischfangnetz(e)
- eventuell Osmoseanlage
- Einrichtungsgegenstände wie » Holzwurzeln » Steine
- Pflanzen, Plfanzendünger
- mehrere Wassereimer, die nur fürs Aquarium bestimmt sind!
- mehrere Schläuche, ev. Schlauchanschlusskupplungen
- Bei Kies Mulmsauger
- Magnetscheibenreiniger
- ev. CO2-Flasche mit Druckminderer
Später kommen natürlich noch
- Fische, Wirbellose
- Fischfutter (Flockenfutter, Futtertabs- und Granulat, Frostfutter usw.)
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