Aquarium & Kids

Erstellt am: 16 Oktober 2010 von Lemi

Hoi,

Cool, dass Du Dich für Fische und Aquarien interessierst. Fische sind ja auch fast ideale Haustiere. Sie bellen nicht laut herum, kratzen keine Möbel kaputt, klettern nicht an Vorhängen hoch und müssen nicht bei strömendem Regen Gassi gehen. ;-)

Trotzdem musst Du an ein paar Sachen denken, wenn Du ein Aquarium mit Fischen hast oder haben möchtest. Welche Dinge wichtig sind, kannst Du hier lesen.

Du musst wissen, dass Haustiere Zeit und Verantwortung bedeuten und mit viel Sorgfalt und Zuwendung gepflegt werden müssen. Die nötige Zeit dafür haben und aufwenden können ist ein Muss.

Das Wasser

Bevor du oder deine Eltern für den Kauf eines Aquariums entscheiden, ist es wichtig, dass du dir Gedanken über deine zukünftigen Fische machst. Viele der in Zoogeschäften angebotenen Fische möchten in weichem Wasser leben, also kalkarmes Wasser benötigen um sich wohl zu fühlen. Bei uns in der Schweiz ist das Leitungswasser aber eher hart bis sehr hart, da es viel Kalk enthält. Es gibt aber einige Fische die unser Leitungswasser aber sehr mögen und sogar hartes Wasser benötigen. Wenn du wissen möchtest wie hart das Wasser an deinem Wohnort ist, kann man sich beim Wasserwerk informieren oder im Internet auf der Seite wasserqualitaet.ch

Das Becken

Du solltest dir auch überlegen wie gross dein Becken sein sollte. Die meisten Anfäger kaufen oft ein sehr kleines Becken. Ein Becken der Grösse von ca. 60x30x30cm, also ein 54 Liter fassendes Becken sollte es mindestens sein. Je grösser, desto besser. Der Mehraufwand beim Wasserwechsel und sauber machen ist minimal grösser als bei einem kleineren Becken.

Welche Fische passen?

Viele Fischarten sind recht tolerant und anpassungsfähig mit hartem Leitungswasser. Ich mache dir hier einige Vorschläge für ein 54-60 Liter grosses Becken.

Panzerwelse (Corydoras)

Die meisten Arten werden ca. 5cm Gross und sollten in Gruppen von mindestens 5-6 Fischen gepflegt werden. Panzerwelse leben hauptsächlich am Boden und wühlen unermüdlich den Sandboden nach Nahrung durch. Wenn du solche Fische pflegen möchtest, solltest unbedingt darauf achten, dass du feinen Sand statt Kies als Bodengrund einsetzt.

Platy, Guppy oder Molly

Diese 3 Arten sind verwandt miteinander und sollten nicht zusammen im selben Aquarium gepflegt werden, da es so zu ungewollten Kreuzungen kommen kann. Platys sind sehr hübsche Fische und es gibt sie in vielen verschiedenen Farben zu kaufen. Sie sind lebendgebährend und können schon bald für viele junge Fische in deinem Becken sorgen. Die Jungen können nur überleben, wenn du einige Pflanzen mit feinen Blättern in deinem Becken hast. Einige werden aber trotzdem von anderen Erwachsenen Fischen als Futter angesehen und gefressen.

Zebra- oder Leopardbärblinge

Bärblinge sind flinke Schwimmer und ständig in Bewegung und sorgen für das Unterhaltungsrpogramm. ;) Sie dürfen aber nur in Gruppen von mindestens 10 Fischen gehalten werden. Zebrabärblinge bewohnen den mittleren Bereich des Aquariums und fressen sehr gierig. Deshalb sollte man auf die Futtermenge achten und nicht zuviel auf einmal Futter geben.

Keilfleckbärbling

Keilfleckbärblinge sind beliebte und im Tierhandel ständig angebotene Aquariumfische. Sie stammen aus Südostasien und werden um die 4 cm Gross. Es sind keine Schwarmfische, aber man sollte sie in Gruppen von mindestens 10 Fischen im Aquarium halten. Keilfleckbärblinge sind Bewohner des mittleren Bereichs eines Aquariums.

Schnecken und Garnelen

Apfelschnecken (Pomacea bridgesi) gibt es mittlerweile in jeder Zoohandlung zu kaufen. Sie sind einiger der wenigen Schnecken, die keine Pflanzen schädigen. Es gibt sehr schöne gelbe und blaue Apfelschnecken. Plegt man mehrere dieser Schnecken, kann es gut sein, dass sie irgendwann ausserhalb des Beckens, zum Beispiel in der Aquariumabdeckung ablaichen und du viel Nachwuchs bekommst. Schnecken brauchen für ihr Häuschen eher etwas härteres Wasser. Falls das Wasser zu weich sein sollte, kann es Löcher im Schneckenhaus geben.

Garnelen sind mit den Krebsen verwandt. Die kleineneren Süsswassergarnelen-Arten (Caridina, Neocaridina), kann man in recht kleinen Becken pflegen. Lass dich von einem Zoohändler oder einem Züchter beraten. Sie werden dir gerne viele gute Tipps und Infos zur Garnelenpflege geben.

Welche Fische passen gar nicht und welche Fische weniger in härterem Wasser?

Minihaie sehen cool aus, weil sie fast wie echte Haie aussehen, werde aber viel zu Gross für ein Aquarium. Sie können bis zu einem halben Meter gross werden!  Noch grösser werden sogenannte Haiwelse. Die werden bis zu 1.5m Gross! Diese Welse kommen aus Südostasien und werden dort als Speisefisch gezüchtet und in die ganze Welt exportiert. Die kann man dann im Lebensmittellade meistens als Pangasiusfilet kaufen. Von der Grösse her sind das absolut keine Aquariumfische!

Prachtschmerlen sind auch sehr schöne Fische aber auch die werden recht gross, leben in Gruppen und benötigen wie Skalare und Diskusfische viel grössere Becken um sich wohlzufühlen. Viele Welsarten (leider oft Putzer genannt) werden sehr gross und möchten in weichem Wasser leben. Welse sind keine Anfängerfische.

Neonsalmler und viele andere Salmlerarten möchten weiches Wasser haben. In hartem Wasser ist es ihnen nicht wohl und sie werden schnell Krank und können sterben. Das möchten wir ja nicht.

Kampffische sind sehr schöne Fische. Allerdings darf man pro Becken nur ein Männchen pflegen, weil sie sich sonst bekämpfen und töten würden. Man sollte auch auf die Wahl der anderen Fische achten. Es gibt diverse Fischarten die gerne an den langen, wunderschönen Flossen knabbern. Der stolze Kampffisch würde bald zerzaust aussehen.

Wieviele Fische darf ich pflegen?

Wichtiger als diese Frage ist, welche Arten passen zusammen und können ohne sich zu gross zu stören miteinander leben? Ein kleines Gesellschaftsbecken um die 60-80Liter Fassunsgvermögen kann man gut betreiben wenn man gewisse Dinge beachtet.

Folgender Vorschlag ist für ein 60 Liter Aquarium

  • 6-8 Panzerwelse für die untere Etage im Aquarium
  • 10-12 Keilfleckbärblinge oder 8-10 Platy / Guppy / Molly oder 10-12 Zebrabärblinge
  • 1 Apfelschnecke

Es gibt eine Fausregel die sagt, dass man pro 1cm Fisch 1, manchmal 2 Liter Wasser rechnen müsse. Das stimmt aber nur bedingt. Es gibt Fischarten die wegen ihrer unverträglichkeit und agressivität viel mehr Wasser benötigen. Das sind aber meistens Fische die von erfahrenen Aquarianern gepflegt werden.

Es ist nicht empfehlenswert Fische nach Farben und Formen zu kaufen. “Zwei rote von denen, einen gelben von dem und vier blaue von dieser Sorte” hört man leider oft beim Zoohändler. Die meisten Zoofachhändler raten aber von solchen “Gummibärenmischungen” ab. Der Reiz solche Mischungen zu kaufen ist sehr gross, vorallem bei Anfängern und Kinder.

Wenn das Becken mit natürlichen Dekorationsmaterial wie Wurzelholz, Pflanzen und einigen kalkfreien Steinen  eingerichtet ist, wird das ein sehr schönes Aquarium, an dem du hoffentlich viele Jahre sehr viel Freude daran haben wirst.

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  • 1 Kommentar(e) zu diesem Artikel

    1. Bora schrieb am:

      Cool Danke für die Infos ;)

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